Ein paar Gedanken über die sogenannte „Generation Y“

Als ich neulich Teilnehmer im Seminar Organisationsentwicklung war, warf jemand den Term „Generation Y“ in die Runde. Und Schwupp veröffentlicht die Telepolis hierzu einen sehr interessanten Artikel, den ich im folgenden mal kurz zitieren möchte:

„Schwache Persönlichkeiten suchen Halt und Bestätigung durch Gruppenzugehörigkeit. Das gelingt nur durch Exklusivität und so darf sich längst nicht jeder der zwischen 1980 und 1995 Geborenen der Generation Y zurechnen.

Eine Generation, die es von Geburt an gewohnt ist, im Mittelpunkt zu stehen und in allen Belangen gefragt zu werden: Ob sie Fußball spielen wollen, Tennis oder doch lieber Geige.

Wer sich, wie die hier beschriebenen Menschen, niemals durchsetzen musste, sondern alles auf dem Silbertablett serviert bekommt, der tut sich in der Regel schwer mit der Persönlichkeitsentwicklung. Sozialwissenschaftler nennen das „Schwäche der Individuation“

Ähnlich wie die 68er, die ebenfalls nur einen kleinen Teil ihrer Alterskohorte ausgemacht hätten, prägten die „privilegierten Y-Vertreter“ das Bild einer ganzen Generation.

Das fühlt sich gut an und täuscht darüber hinweg, dass diese angebliche neue Elite in Wahrheit kaum etwas hinterfragt und demzufolge auch keine Umwälzungen herbeiführen kann, sondern sich stattdessen weitestgehend mit den Verhältnissen arrangiert, die sie vorfindet.

Vor allem aber muss sich der geneigte Medienkonsument mit den Sorgen und Nöten der restlichen drei Viertel nicht auseinandersetzen, denn der demographische Wandel wird es schon richten. Folgt man dieser Logik, dann sollten diese weniger Glücklichen statt mit Neid mit Dankbarkeit zur Generation Y aufblicken, die ganz im Sinne von Adam Smiths Metapher von der „unsichtbaren Hand“ letztlich für alle das Beste herausholt, indem sie ihren eigenen Nutzen maximiert.“

Interessant. Warum? Denn dies trägt auch zu vielen positiven, aber auch bedenklichen Effekten bei, die ich in den Unternehmen meiner Kunden seit einigen Jahren beobachte.

Dies sind zum Beispiel: mehr Selbstorganisation und dadurch mehr Sinn in der Arbeit, mehr Flexibilität und der Tendenz Beruf endlich wieder als Berufung zu sehen.

Aber auch Verwirrung, latente Unzufriedenheit, Orientierungslosigkeit, Sinnkrise.

Egal und anyway. Ich halte mich was die Prägung von Begriffen angeht an meinen Freund Heinz von Foerster, der in seinem legendären Artikel „Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen“ folgendes hierzu sagte:

„Die Suche nach einer Definition freut mich nicht besonders, da auf diese Weise stets eine konzeptionelle Grenze ins Leben gerufen wird. Sie könnten mich auch fragen: Was ist ein Tisch? Und meine Antwort wäre: Ein Tisch hat vier Beine und einen flachen Deckel, auf den Kinder draufspringen können. Jetzt müssen wir klären, was der Unterschied zwischen einem Tisch, einem Pony und einem Pferd ist. Und schließlich wird es notwendig, über den Unterschied von lebenden Wesen und nichtlebenden Entitäten zu sprechen. Das haben wir nun davon. Für mich hat jede Definition eine grundsätzliche Schwäche: Sie schließt aus, sie begrenzt.“

In diesem Sinne … keep on pushing!! _LZ.

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